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Das erste Treffen
WORAUF IHR GESPRÄCHSPARTNER ACHTET

Als Gruppenleiterin führt A.N. häufig Interviews mit Bewerbern aus Administration und Forschung. Ihre Eindrücke von Gesprächsverläufen schildert sie wie folgt: "Ein Bewerber möchte bei einem Vorstellungsgespräch ja nicht nur einen guten Eindruck machen, sondern auch wissen, ob die Stelle und die Leute für einen selbst überhaupt akzeptabel sind. Auch die Firma ist in einer Bewerbersituation - dieses Wissen sollte es einem schon erleichtern, sicher aufzutreten.

Bei Einstellungsgesprächen achte ich auf gepflegte, aber nicht übertriebene Kleidung. Natürlich macht es einen Unterschied, ob mir eine Schreibkraft, eine technisch-wissenschaftliche Assistentin oder eine angehende Projektleiterin gegenübersitzt. Der alte Trick von Portiers und Personalleitern besteht darin, sich die Schuhe genau anzusehen. Ein fester Händedruck und Blickkontakt von Anfang an machen einen guten Eindruck.

Der Kandidat bzw. die Kandidatin hat das Recht zu erfahren, mit wem man spricht. Im Zweifel kann man fragen ("Entschuldigung, wie war Ihr Name?" "Werden wir gegebenenfalls zusammenarbeiten") .

In der Regel sind meine Gesprächszeiten bemessen. Wenn ich auf meine Fragen keine präzisen Antworten erhalte, wenn der Bewerber schwadroniert, wird es kritisch. Wird man aufgefordert, etwas über seinen Lebensweg, d.h. über seinen beruflichen Werdegang zu erzählen, sollte man Akzente setzen. Etwa: "das war eine wichtige Station", "dort habe ich viel gelernt" etc. Kurzfristige Arbeitsverhältnisse sollte man begründen.

Mit ein wenig Überlegung und Übung kann man alles positiv ausdrücken; also nicht klagen: "der Vorgesetzte war ein Idiot", sondern "ich konnte meine Qualifikationen nicht nutzen". Wer andere anschwärzt, ist nicht nur unhöflich, sondern läßt es an einer elementaren Eigenschaft im Berufsleben, nämlich an Loyalität, mangeln.

An den Bewerberfragen merke ich, ob ein echtes Interesse an der Arbeit besteht. Nicht nur bei unseren hoch qualifizierten Bewerbern lege ich Wert darauf, dass sie fachlich motiviert sind.

Viele unserer Bewerbungsverfahren sind auf zwei oder mehr Gesprächsrunden angelegt. Über das Gehalt, über Fragen der Arbeitszeit oder Sozialleistungen sollte man in der ersten Runde nur dann sprechen, wenn das Thema vom Arbeitgeber angesprochen wird. Besonders das Thema Gehalt ist manchen Bewerbern peinlich. Aber hier kann man gesundes Selbstbewusstsein zeigen und beweisen, dass man seine eigene Position und die des Unternehmens gut einschätzen kann."

Zahlen soll man nicht umschreiben
Was immer Sie für Gehaltsvorstellungen haben: Wenn man Sie fragt, nennen Sie Zahlen. Ob Ihr Jahresverdienst "sechstellig" ist oder "weit über dem Durchschnitt" oder "ganz gut" - damit können Sie gern abends in der Sushi-Bar angeben. Beim Einstellungsgespräch bleiben Sie bitte konkret und weichen auch nicht mit einer Gegenfrage aus. So etwas tun nur unerfahrene Leute aus Unsicherheit oder weil sie einen Nachteil befürchten. Berufsanfänger tun gut daran, sich vorab über die branchenüblichen Einstiegsgehälter zu informieren. Berufstätige sollten ihren Brutto-Jahresverdienst inklusive allen Extras auf tausend Mark genau im Kopf haben. Ermitteln Sie also vorab, wieviel Sie wert sind. Nennen Sie im Gespräch die Summe, für die Sie die Arbeit aufnehmen würden. Haben Sie keine Angst, dass Sie sich zu billig verkaufen. Wenn Sie wirklich mehr wert sind als Ihr Anfangsgehalt es ausdrückt, dann können Sie ja in sechs Monaten nachverhandeln.
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