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| Bewerbung - Praxisbeispiele | |||||||
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"Jeder, der sich aus der Arbeitslosigkeit bewirbt, wäre froh um den Tipp, wie man die zeitliche Periode ab letzter Stelle im Lebenslauf angibt. Was machen die Bewerber, die bereits schon länger suchen? In einem Kurs für Jobsuchende wurde uns geraten, ehrlich mit dieser Phase umzugehen und so etwas zu schreiben wie: bewusste Auszeit. Für mich klingt das grauenhaft. Zumal man ja meist keine freiwillige Entscheidung für eine bewusste Auszeit trifft." Bewusste Auszeit, das hat auch für mich einen leichten Beigeschmack von arbeitsmarktmäßig herausgefordert. Zunächst einmal würde ich unterscheiden: Fall 1: Im Übergang Noch nicht länger als vier bis sechs Wochen arbeitslos: Der oberste und damit letzte Eintrag unter BERUFLICHE DATEN gilt dann fürs Erste Ihrem letzten Job. Aber die Lücke? - Keine Bange. Man schaut drüber weg. Fall 2: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit Das Zeitloch ist da. Es ist schwarz und es wächst. Und Ihnen wird schwarz vor Augen beim Gedanken, wohin es all die joblosen Wochen so schnell und so lautlos versenkt hat. Vielleicht reagieren Sie mit der klassisch-kargen Variante und notieren stellensuchend oder arbeitsuchend. Damit liegen Sie voll auf der Linie der Experten von 10-bewerbungstipps.de: "Für Zeiten der Arbeitslosigkeit empfiehlt es sich, die Bezeichnung "stellensuchend" zu verwenden. Dieser Begriff klingt etwas positiver und aktiver als das Wort "arbeitslos"." Auch Stepstone mahnt: "Arbeitslosigkeit ist heutzutage kein Makel mehr, schreiben Sie aber besser "arbeitsuchend" statt "arbeitslos" in den Lebenslauf." Erzielter Effekt: Beim Personaler nicht messbar. Doch Ihr Bewerberberater reibt sich die Hände. Ich liebe intelligente Kollegen. Mein Herz schlägt besonders für den Berater-Moses, der uns 10-Bewerbungstipps bringt. Je banaler die Job-Tipps, desto gediegener der Tonfall. "Arbeitslosigkeit ist heutzutage kein Makel mehr". - Und früher? Früher haben sich die Eltern mehr geschämt? Die schlichte Wahrheit lautet: Nach ein paar Wochen bedeutet ein lakonisches stellensuchend, dass Bewerber für ihre Karriere nicht viel mehr tun, als auf eine gelegentliche Offerte oder auf eine Aufforderung der Gerster-Stuben zu reagieren. Es signalisiert: Sie können oder wollen sich nicht weiter über Ihr Tagwerk äußern. Sie bewerten das offensichtlich selber als irrelevant. Ihre Botschaft im Klartext: Ich bin ein arbeitsfähiger Erwachsener, der seit einiger Zeit irrelevante Dinge tut. Es ist ganz Ihre Sache, sich aus dem Erwerbsleben auszuklinken. Eine längere, allein durch nicht berufstätig markierte Phase im Lebenslauf weckt jedoch mehr als nur simple Neugier. Sie produziert besorgtes Interesse. Ist es nicht erstaunlich, dass gerade die Leute, die sich am wenigsten ausdrücken können, Dinge bevorzugt schön reden wollen? Zu den unschönen Phasen der Erwerbslosigkeit fallen ihnen dann spontan Wendungen ein
Man fragt sich: Muss das sein? Jau, sagt Ihnen der Lotse am Ufer des Gelben Sprachflusses. Jeder schreibt gerade so, wie er aussieht.
Es ist das Privileg des Arbeitslosen, eine Zeit lang nichts leisten zu müssen. Darüber muss man auch keine Rechenschaft ablegen. Tun Sie aber nicht die ganze Zeit über nichts. Machen Sie sich selber Arbeit. Arbeitgeber vertrauen dem am meisten, der schon Arbeit hat. Höhere Arbeit schlägt niedrigere Arbeit. Niedrigere Arbeit schlägt unbezahlte Arbeit. Unbezahlte Arbeit schlägt Nichtstun. Nur wer sich selber Arbeit macht, dem wird Arbeit gegeben. Sich weigern, einen Job unter Wert anzunehmen, heißt leider auch, nicht an die eigene Kraft zu glauben, den Zwischen-Job als Sprungbrett zu nutzen. Es ist so leicht, mit seinen Bewerber-Aktivitäten, die man im Lebenslauf unter dem Vermerk stellensuchend notiert hat, einen Jobanbieter zu begeistern, der nach Signalen von Eifer, Arbeitswille und Überlebensinstinkt sucht. Beispiele:
Und wenn Sie ein typischer Fussball-Papi sind:
Ich optimiere Bewerbungsunterlagen. Ist ein Klient bereits länger als zwei Monate ohne Arbeit, stelle ich seinen Lebenslauf um. Die Reihenfolge der linken Spatltentitel:
Meine Regel: Was am meisten für einen spricht, rückt ganz nach oben. Am meisten spricht für Leute im Job ihr Job. Und für Job-, aber nicht Kopflose Ihre KENNTNISSE UND FÄHIGKEITEN. Wenn Sie in der Rubrik ANGESTREBTE POSITION den Eintrag Managerin Finanzprodukte notieren, dann lautet Ihr Bewerberauftrag ganz klar, dafür den Beweis zu liefern. Bewerben ist keine Wortklauberei. Es ist bloß eine Präsentation von Fakten, die für einen sprechen. |
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| Job-Interview: Übersicht Bewerbungshelfer: Übersicht |
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