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| Bewerbung - Praxisbeispiele | ![]() |
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| Wie hebe ich mich aus der Masse der Bewerber vorteilhaft ab? Wie arbeite ich meine individuellen Stärken besonders gut heraus? Wie bringe ich meine Persönlichkeit zum Ausdruck? | ||||||||||
| Mit anderen Worten: Wie baue ich mich zum großartigen, einzigartigen Bewerber auf? Überlegen Sie einmal: Um Sie in eine Organisation aufzunehmen, braucht man ein Mindestmaß an konkreter Information. Erfahren will man, ob Sie kapieren, was auf Sie zukommt. Ob Sies packen. Ob Sie ins Team passen. Ob Sie auf Dauer was bringen. Jobkandidaten reagieren oft mit seltsamen Verrenkungen. Bekanntlich sagt schon ein chinesisches Wort aus der Yo-Mei-Zeit: "Du kommst vor dem verschlossenen Stadttor an, gibst heftig Zeichen und führst wahre Tänze auf in der Annahme, dass man dich drüben, auf der anderen Seite der Mauer bemerken und hineinwinken wird. Mach doch einfach das Tor auf und gehe hinein." Bewerben heißt, selbst die Tür zu öffnen. Oder jemandem zu bedeuten, dass er einem aufschließt. Die berufliche Selbstvermarktung und Selbstpräsentation sind in unserer kodifizierten, hoch bürokratisierten Welt vielen widersprüchlichen Regeln und Konventionen unterworfen. Je nach Temperament reagieren Bewerber auf den Jobmarkt und seine Spielregeln, indem sie um jeden Preis auffallen oder auf gar keinen Fall aus dem Mainstream abdriften möchten. Also blind Bewerbungsvorlagen kopieren oder offensiv die Blitzkampagne starten? Innovativ oder konventionell handeln? - Versuchen Sies doch mit Einfachheit und Direktheit. Statt zu werben, stellen Sie sich der Bewertung. Statt sich zu verkaufen, arbeiten Sie zu. Statt Lohnschreibern zu folgen und ihren dünnen Karriere-Aufguss zu schlucken, folgen Sie Ihrer eigenen praktischen Vernunft. Kein Mensch muss einzigartig tun. Es reicht, wenn man sich unterscheidet. Jede unvoreingenommene Bewerberauswahl beruht auf Wahrnehmung und Differenzierung. Je klarer Sie sich zeichnen, desto besser unterscheiden Sie sich. Wer sich von Ihnen als Person wahrgenommen und respektiert sieht, der wird auch Sie leichter wahrnehmen und würdigen. Profilieren Sie sich klar und eindeutig. Dann leisten Sie etwas, was Sie von der grauen Menge der Floskelwerfer und Satzbausteinleger deutlich abhebt: Sie verstecken sich nicht hinter dem üblichen Blabla. Sie werden sichtbar. In ganzer Größe. Bewerben ist kein Full-Time-Job. Zeit- und Geldverschwender bewerben sich kreativ, basteln Deckblätter, blamieren sich mit der Persönlichen Seite Drei, wählen vom Versender die Luxusmappe mit Mehrfach-Klappe. Aus solchen Unterlagen liest man dann drei Dinge: Unklarheit über das Konzept, Hang zur ästhetischen Entgleisung und letztlich fehlendes Bewusstsein über die eigene berufliche Identität. Anschreiben und Lebenslauf sind eigene Textsorten, aber gleichwertig und gleich wichtig. Beide liefern denselben Set an Hauptinformationen. Im Anschreiben hat man genau eine Seite, um vorzusprechen und für sich zu sprechen. Es ist eine Mini-Rede. Da Sie nicht wissen, ob man das bis zum Ende der Seite verfolgen wird, liefern Sie Ihre besten Argumente sofort in der ersten Zeile. Legen Sie ohne jede Einleitung los. Keineswegs chronologisch erzählend, dafür gewichtend und aufzählend. Unterfüttern Sie Ihren Anspruch mit Abschlüssen, Kenntnissen, Fähigkeiten. Gehen Sie auf den Adressaten und auf den Wechsel- oder Bewerbungsgrund ein. Vermitteln Sie am Ende weiteren Gesprächsbedarf. Bingo! Ihr Anschreiben ist garantiert unverwechselbar und funktioniert. Sie werden sich selbst voll und ganz darin wieder erkennen. Jeder wird anerkennen: Ihre Argumentation ist hochwirksam, weil hochkonzentriert. Das Anschreiben synthetisiert. Der Lebenslauf ist ein Arrangement. Sie reduzieren Informationen so weit möglich bis auf den wesentlichen Datenbestand Ihres beruflichen Selbst. Entlasten Sie den Job des Personalers durch pfiffiges Informationsdesign. Für die Datenmenge gilt: Viel hilft nicht viel. Die Souveränität des selbstbewussten Bewerbers zeigt sich darin, dass er die Information genau dosiert. Schminken Sie sich ab, dass Sie sich individuell präsentieren und Ihre unverwechselbare Persönlichkeit zum Ausdruck bringen wollten. Eine Bewerbung ist kein Ego-Pitch, sondern ein als Antwort maskiertes Angebot. Da zählt allein, was für Sie spricht insbesondere, wenn Sie die Argumentation so aufbauen, dass es maximal für Sie spricht. Sie sind Ihr eigener Fürsprecher. Verderben Sie' snicht. Halten Sie Ihre Schreibe einfach, dann hat es der Personaler einfacher mit Ihnen. Bleiben Sie ehrlich schon an Ihrer Sprache erkennt man, wenn Sie flunkern. Argumentieren Sie angemessen, dann hört man Ihnen auch zu. Bauen Sie Ihre Bewerbung ansprechend auf heutzutage heißt das ausnahmslos: kurz und unkompliziert. Einfach, ehrlich, angemessen, ansprechend. Mit diesen 2E2A kommen starke Bewerber ins Jobinterview. Egal, was sich die Schrottveredler an neuen Bewerber-Gimmicks einfallen lassen: Mit Anschreiben, Lebenslauf und den handverlesenen Nachweisen, die Ihren Claim belegen, kommen Sie allemal gut aus. Sie brauchen wirklich weder Deckblatt noch Profilblatt noch die famose Seite 3. Nehmen Sie als Mappe stets das Produkt, mit dem ein Personaler am leichtesten arbeiten kann. Stellen Sie sich seinen Arbeitsablauf bildhaft vor! Ich wiederhole mich selbst, aber man kann es nicht oft genug sagen: Prägedruck Wasserzeichen und Papierdicke stehen keineswegs im Zusammenhang mit der Wertigkeit des Bewerbers. Praktikabilität hat für Personaler immer Vorrang. Wer berufshalber Mappen auf- und zuklappt, dem klappt längst nicht mehr der Mund auf vor Staunen über die Auftrumpferei . Äußeres und Form einer Bewerberpräsentation sind Ausdruck des Inhalts. Ohne unmissverständlich proklamierte, revisionssichere Pro-Argumente hat eine Bewerbung keine Chance. Ihre emotionale Intelligenz in Ehren - aber wenn Sie labern statt zu belegen, erreichen Sie weder Hirn noch Herz. Und überaus edle Unterlagen machen Personaler nicht weniger nachdenklich als eine schlampig zusammengestellte Mappe. Nutzen Sie Ihr Bewerberbudget für neue Lederschuhe und nicht für eine geile Ledermappe. Fazit: Bleiben Sie straight. Argumentieren Sie konkret. Halten Sies einfach. Dann macht man sich das beste Bild von Ihnen. Und dann nimmt man Ihren Anspruch und Ihren Vorschlag ernst. Ostrach, 15.02.2004 Seitenanfang |
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