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Vorbereitung auf das Job-Interview
"Welche Aufgaben haben Sie bei Ihrer jetzigen Firma? Wie läuft Ihr Arbeitstag ab?"
"Diese Frage ist eine Chance"

Diese Frage ist eine Chance. Man kann im Grunde alles einbauen, was man unbedingt übermitteln will.
Einige Beispiele:

„Ich bin ein Supermanager. Deshalb habe ich ein wöchentliches Gespräch mit jedem meiner Mitarbeiter. Das erspart Missverständnisse und Kommunikationslücken. Ich versuche die Zahl der Mitarbeiter, die an mich direkt
berichten, überschaubar zu halten."

„Ich bin wundervoll organisiert. Jeden Morgen bin ich eine halbe Stunde vor dem ersten Termin im Office, um mit meiner Sekretärin den Tagesablauf zu besprechen.

„Ich beherrsche alle nötigen Kommunikationsmittel. Ich bin 30 - 40% meiner Zeit auf Reisen. Da ich mein Apple Notebook, mein Cellular Phone etc. gut eingerichtet habe, bin ich erreichbar und kann das Geschäft auch aus der Ferne managen."

„Ich arbeite hart, bin aber kein Workalholic. Ich achte darauf, dass ich in der Regel nicht länger als 9-10 Stunden arbeite. Ich glaube nicht, dass unnötig langer Aufenthalt im Büro meine Produktivität steigert."

„Ich gehe gleich nach dem Aufstehen die neuen E-Mails durch. Wichtige Informationen aus dem anderen Kontinent erreichen mich rechtzeitig, um noch am selben Tag zu reagieren."

[Dr.Johanna Holldack]



"Kontrollfrage"

Beide Fragen lassen sich zusammenhängend beantworten, denn sie zielen darauf ab, den Arbeitsablauf, bzw. die Aufgaben aus persönlicher Sicht dargestellt zu erhalten. Gerne wird dabei verglichen, ob die Angaben im Anschreiben, dem Lebenslauf oder dem Arbeitszeugnis mit der Schilderung übereinstimmen. Plötzlich erscheinen dann andere Schwerpunkte als in den schriftlichen Unterlagen oder die Inhalte werden mit anderen Wertigkeiten geschildert. Das macht mißtrauisch. Daher ist es ratsam, seine schriftliche Darstellung der Aufgaben auch jederzeit mündlich parat zu haben. Seinen Arbeitstag sollte man anhand eines vorbereiteten "Musterarbeitstages" schildern können, denn wer hat sich die Frage "Was habe ich eigentlich gestern/letzte Woche alles gemacht?" nicht auch schon gestellt und keine Antwort mehr gewusst?

[Michael Altieri]



"Anforderungen vergegenwärtigen"

An dieser Frage hatte ich doch etwas zu knacken. Was gibt man preis, was ist besonders interessant, was verschweigt man besser? Außerdem sieht doch jeder Arbeitstag ein wenig anders aus. Da gibt es kein Schema.

Letztendlich sollte man auch hier vor allem die für die neue Stelle relevanten Fähigkeiten und Qualifikationen gut verpacken und darstellen. Alles Unwesentliche wie Kaffeekochen, Klatsch und Tratsch mit den Kollegen besser nicht erwähnen, Routinearbeiten gut darstellen, Teamwork herausstellen. Kurzum, nur Arbeitsinhalte darstellen. Dazu sollte man sich vor dem Gespräch noch einmal genau die Anforderungen aus der Anzeige vergegenwärtigen und besonders diese Punkte aufgreifen nach dem Motto: "Sehen Sie ... ich habe praktische Erfahrungen auf den von Ihnen geforderten Gebieten."

[Anja Rösler]


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"Achtung, Sympathisant"

Welche Aufgaben haben Sie bei Ihrer jetzigen Firma? - Die Hinweise der letzten Fragerunde gelten auch hierzu.
Wie läuft Ihr Arbeitstag ab? - Atmen Sie auf, wenn formale Gesprächsrunden Sie leicht überfordern und Ihr beruflicher Alltag von Routinen geprägt ist. Denn dann ist diese Frage genau für Sie geschaffen. Klingt sie nicht vertraut? Signalisiert sie nicht Anteilnahme und Interesse? Wie immer, wenn Sie von sich selbst berichten dürfen, achten Sie auch hier darauf, dass Sie sich nicht durch negative Presse selbst abwerten: Reden Sie füglich Ihr Tun, Ihren Arbeitsplatz, Ihre Kollegen und Vorgesetzten nicht schlecht.

Diese Frage kann signalisieren, dass Ihr Interviewpartner gern zwischenmenschelt. Solche Empathie-Schleuderer auszumachen ist leicht: Sie reihen Fotorähmchen ihrer Lieben auf dem (meist chaotischen) Schreibtisch auf, erkundigen sich angelegentlich nach Wohlbefinden und Beziehungsstand und würzen ihre Rede gern mit Ausrufen des Empfindens und Wertens.

Sollte Ihnen so ein möglicher Sympathisant gegenübersitzen, müssen Sie auf seine Linie eingehen: Akzentuieren Sie, wie gut Sie kooperieren, was für ein netter Mitspieler (für BWLer: "Teamplayer") Sie sind, wie sehr Sie allseits geschätzt und gebraucht werden.

[Gerhard Winkler]


""Auch die Soft Skills sind wichtig"

Wie immer sollten Sie sich in den Fragesteller versetzen: Worauf kommt es ihm an? Worauf will er hinaus? Was erwartet er?

Ihr Gesprächspartner will ermitteln, welche Erfahrungen Sie aus Ihrem jetzigen Arbeitsumfeld mitbringen. Sind Sie wirklich die geeignete Person für den ausgeschriebenen Arbeitsplatz? Passen Sie in die Firma?

So etwas kann man mit den beiden Fragen aus Ihnen "herauskitzeln". Allzu leicht kommen da Bewerber in Versuchung, zuviel über das derzeitige Betätigungsfeld zu erzählen. Man wird durchschaubarer, vor allem, da man mit dieser Fragestellung nicht unbedingt gerechnet und sich daher auch nicht speziell darauf vorbereitet hat.

Aus den Antworten können Personalleute sich ein weitaus genaueres Bild von Bewerbern machen, als dies alleine durch die Bewerbungsunterlagen, durch Arbeitszeugnisse oder Arbeitsproben möglich wäre. Die bisherige Position läßt sich leichter mit den ausgeschriebenen Aufgaben vergleichen. Dadurch kann der Personalverantwortliche auch besser beurteilen, inwieweit man der neuen Aufgabe gewachsen ist, ob es sich bei Ihnen mehr um einen Teamarbeiter oder um einen Einzelkämpfer handelt. Vorhandene Strukturen und Organisationen sollen durch die richtige Personalauswahl ergänzt und unterstützt werden. Über die reine Fachkompetenz werden deshalb auch die "soft-skills" in die Entscheidungsfindung einbezogen. Diese "weichen Faktoren" zu berücksichtigen ist außerordentlich wichtig - damit kann man die Gefahr, eine Fehlentscheidung zu treffen, gewaltig verringern. Hierzu müssen Sie sich nur klar machen, was eine personelle Fehlentscheidung den Betrieb kosten kann.

Zur Frage: Wie läuft Ihr Arbeitstag im allgemeinen ab? Anhand Ihrer Antwort auf diese Frage kann man erkennen, inwieweit Sie in der Lage sind, den Tag zu planen, sich die Arbeit so einzuteilen, dass die größtmögliche Effektivität erreicht wird. Beherrschen Sie das Einmaleins der Eigenorganisation? Haben Sie einen Überblick über das eigene Leistungsspektrum, wissen Sie, wie belastbar und auch wie produktiv Sie sind? Verwenden und beherrschen Sie sogar Zeitmanagementsysteme?

Kleiner Tip zum Abschluß: Heben Sie besonders das hervor, was im Hinblick auf die Anforderungen der ausgeschriebene Stelle wichtig ist.

[Gabi Zimmermann]



© 1998 - 2002 Gerhard Winkler. Hinweis: Meine Site jova-nova.com ist neutral und unabhängig. Damit es so bleibt, bitte ich Sie, jova-nova.com zu fördern. Empfehlen Sie mich weiter. Mailen Sie mir vor allem auch Ihre Anregungen, Kommentare, Erfahrungen. Gemeinsam schlagen wir die Schema-F-Bewerber!

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