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"Füllen Sie Ihre Freizeit sinnvoll aus"
Von den vier Antworten gereicht Ihnen eine zum Vorteil. Welche?
a.
Ich bin Single. Sie verstehen schon.
b.
Ich empfinde es als ungeheure psychische Belastung, den ständigen Anforderungen am Arbeitsplatz gerecht zu werden. Diese ewige Fremdbestimmtheit etc. In der Freizeit relaxe ich komplett. Mon Cherie, Füße hoch, Fernseher an.
c.
Meine Familie ist mir sehr wichtig. Ich versuche darauf zu achten, dass ich trotz der vielen Reisen und der langen Arbeitszeit, mit meiner Familie Zeit verbringe. Wir unternehmen Ausflüge, wandern, gehen ins Museum etc. Ausserdem achten wir darauf, dass wir auch wenn immer möglich Zeit mit Freunden verbringen. Ich spiele Tennis und gelegentlich Golf. Ausserdem interessiere ich mich für mittelalterliche Literatur. Mit der wachsenden Familie bleibt da natürlich wenig Zeit.
d.
Am Samstag treffe ich meinen Analytiker. Am Sonntag muss ich die Sitzung innerlich verarbeiten.
Nur eine der Antworten ist richtig. Man ist nicht zu erschöpft , um in der Freizeit etwas Sinnvolles zu machen. Man ist kein Eigenbrötler, sondern pflegt das Sozialleben. In USA muss noch ein Punkt aktive Gesundheitspflege ( = Sport) dabei sein. Und man muss nichts zu Persönliches von sich preis geben. Denn im Grunde geht dieser Punkt niemanden etwas an.
[Dr. Johanna Holldack]

"Karriere kennt keine Auszeit"
- Ausgleich
- Regeneration
- Familie
- Dienst an der Gemeinschaft
- Arbeiten an sich selbst
- Verfolgen persönlicher Interessen
- Knüpfen wertvoller Kontakte
- Zeiten purer Lebensfreude
Was Sie sagen, wie Sie es sagen, was Sie verschweigen und wie Sie sich dabei an die Nase fassen - alles wertet Ihr Interviewer als Versuch zu punkten (bzw. die Situation zu überleben).
Personaler möchten Sie ja durchaus als Mensch sehen und Sie sympathisch finden. Am sympathischsten sind ihnen Leute, die sich hervorragend für den Job eignen, die nicht den geringsten Anlass zur Sorge geben und die auch auf lange Sicht zuverlässig zum Unternehmenserfolg beitragen.
Ihre privaten Unternehmungen können starke Argumente werden:
Ich stecke die ganze Woche in Meetings, One-on-One-Gesprächen oder verhandle am Telefon. Deshalb gehe ich gelegentlich samstags zum Forellenangeln.
Von Zeit zu Zeit nimmt sich der ideale Mitarbeiter aus dem turbulenten Ganzen heraus, um sich selbst wieder zu finden.
Mein Partner und ich sind begeisterte Mountainbiker. Am Wochenende treffen wir uns oft mit Studienkollegen zu einer Tour um den Feldberg.
Pluspunkte: Körperliche Fitness, stabile soziale Beziehungen, kompetitives Verhalten.
Mein Mann ist die Woche über mit unseren Kindern allein. Am Wochenende nehme ich mir immer Zeit für sie.
Zu einer intakten Familie gehört, dass Sie alle gemeinsam etwas unternehmen. (Erlebnisvormittage in der Fußgängerzone reichen nicht aus.)
Ich gehöre zu einer Gruppe, die im Sommer gemeinsame Picknicks für ältere ausländische Mitbürger veranstaltet.
In den USA (wo man nicht alles dem Staat zuschiebt, sondern selbst initiativ wird), ist pragmatisches soziales Handeln eine Tugend. Erfolgreiche Menschen geben der Gemeinschaft zurück.
Ich lerne im dritten Jahr Spanisch und möchte bald eine Zertifkatsprüfung ablegen.
Bereiten Sie sich dann auf solche Fragen vor: Warum machen Sie das? Was beabsichtigen Sie damit?
Ich halte mir einen Abend in der Woche frei, um Robert Zimmermann zu übersetzen.
Effektive persönliche Interessen sind keine Allerweltsinteressen. Unterscheiden Sie auch zwischen dem, was Sie gerne tun (würden, wenn Sie nur dazu kämen) und dem, was Sie tatsächlich tun. Was Sie nicht ernsthaft betreiben, ist der Rede nicht wert.
Ich organisiere die Vortragsreihe "Wissenschaft trifft Wirtschaft" für den Friedberger Landkreis.
Ob bei der Arbeit, im Urlaub oder in der Freizeit erfolgreiche Leute treffen mit Vorliebe interessante Leute.
Und zum Glück komme ich noch manchmal dazu, mit meinem Lenkdrachen auf den Plankstädter Buckel zu steigen und die Nase in den Wind zu stecken.
[Gerhard Winkler]
Karriere kennt keine Auszeit, wohl aber |
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"Bringen Sie den Personaler nicht zum Gähnen"
These
Wer seine Hobbys angibt, ist im Regelfall selber schuld.
Beispiele aus der Praxis :
1.
Hochschulabsolvent, 27 Jahre: Meine Hobbys sind Golfen, Segeln und Reisen.
Bei der Auswertung sagte der Co-Entscheider: Der ist von Beruf bestimmt Sohn, wovon sollte er sich solche Hobbys sonst erlauben. Nein, danke.
2.
Mein Hobby ist Fussballspielen.
Reaktion: Der ist bestimmt alle paar Wochen verletzt und kommt dann nicht zur Arbeit.
3.
Mein Hobby: Ich koche gerne.
Interviewer: Kochen Sie auch für andere oder nur für sich? Antwort des Bewerbers: Wieso für andere? Ich koche dann nur für meine Frau und mich. Interviewer: Der muss nicht sein...
4.
Mein Hobby ist Briefmarkensammeln.
Wohl der älteste Running-Gag: alle Briefmarkensammler sind Eigenbrötler, nicht sonderlich extrovertiert, mit Fokus auf übertriebene Ordnungsliebe ... (Das stimmt natürlich nicht, aber denken das nicht die meisten?)
5.
Meine Hobbys sind Lesen, Tanzen und mit Freunden ausgehen.
Na so was! Bereiten Sie sich auf folgende Fragen im Bewerbungsgespräch vor: Was waren denn ihre letzten fünf Bücher, die Sie gelesen haben? Welche Fachliteratur lesen Sie? Wie oft lesen Sie in der Woche? Warum haben Sie Lesen als Hobby angeben, eigentlich gehört Allgemeinbildung zum Standard? ...
Was reizt Sie am Tanzen? Wie häufig tanzen Sie? ...
Was heisst für Sie 'mit Freunden ausgehen'? - Ach, ein Bier trinken gehen. Das machen aber viele und bezeichnen das nicht unbedingt als Hobby ...
Antithese:
Freizeitbeschäftigungen können einen positiven Effekt haben wenn:
- Der Personaler (oder wer auch immer) das selbe Hobby pflegt.
- Das Hobby ausgefallen ist (Deutscher Jugendmeister im Rhoenradfahren) - Reaktion: Scheint ein besonderer Mensch zu sein, den gucken wir uns doch einmal an!
- Das Hobby eigentlich eine interessante Nebenbeschäftigung ist (Mitarbeiter im Büro eines Landtagsabgeordneten)
Merke: Ehrenamtliche Tätigkeiten im sozialen Bereich kommen immer gut.
Synthese:
Hobbys sollten nur dann erwähnt werden, wenn
- sie sich aus der breiten Masse von Ich-Auch-Aktivitäten wie Lesen, Gartenarbeit abheben
- im Rahmen dieses Hobbys möglicherweise berufsrelevante Fähigkeiten erworben wurden/werden (z. B. als Trainer einer Jugendmannschaft..)
- sie keine vorgeblichen sozialen Eigenschaften suggerieren (Beispiel: Ich gehe gerne mit meinen Freunden aus als vorgeblicher Beleg für Teamorientiertheit und soziale Akzeptanz. Hier bekommt der Personaler einen gepflegten Gähnanfall.
Wenn schon ein Hinweis auf das Hobby, dann auch gerne ein wenig ausführlicher. Also nicht: Trainer einer Jugendmannschaft, sondern seit vier JahrenTrainer einer Jugendmannschaft im Handball mit 14 Jugendlichen zwischen 11-13 Jahren.
[Michael Altieri]

© 1998 - 2002 Gerhard Winkler. Hinweis: Meine Site jova-nova.com ist neutral und unabhängig. Damit es so bleibt, bitte ich Sie, jova-nova.com zu fördern. Empfehlen Sie mich weiter. Mailen Sie mir vor allem auch Ihre Anregungen, Kommentare, Erfahrungen. Gemeinsam schlagen wir die Schema-F-Bewerber!

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