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| Bewerbung - Praxisbeispiele | |||||||||||
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Das Bewerberporträt kann zum wichtigsten Foto Ihres Lebens werden. Besprechen Sie vorab mit dem Fotografen, wie er das Beste für Sie herausholt. Ein Fotograf braucht Sie dabei nicht aufzuschönen. Und schon gar nicht sexier oder jünger machen. Sex verkauft sich zwar, aber längst nicht so gut wie Vertrauenswürdigkeit. Der tiefere Zweck des Bewerberfotos: Es zeigt, dass Sie weit netter dreinschauen als Ihre Konkurrenten. Vom vielleicht sogar angeschnittenen Kopf bis zum (imaginären) Krawattenknoten zentriert sich Ihr PR-Porträt völlig auf Ihr Antlitz. Frei von Schatten oder Spitzlichtern. Mit lebendigen und den Betrachterblick festhaltenden Augen. Mit einem heftigem Smiling in US-typischer Gute-Laune-Haltung. Nichts an Ihnen ist in Unordnung, aufgelöst, schief oder verrutscht. Auch wenn Sie größten Wert darauf legen, sich durch keinen äußerlichen Stimulus aus Ihrer natürlichen Depri-Haltung bringen zu lassen: Die Aussicht auf einen Job ist allemal ein optimistisches Lächeln wert. Bewerberfotos macht man beim Studiofotografen. Klären Sie jedoch vorab einige Fragen - am besten in einer Vorbesprechung einige Tage zuvor. Schauen Sie sich den anzuheuernden Profi, seine Arbeitsproben und die Location zuerst persönlich an. Löchern Sie ihn mit Ihren Fragen. ![]() 1. "Planen Sie ausreichend Zeit für die Sitzung ein?" Das Auslösen geht kurz, aber eine Sitzung ist lang. Geben Sie Schnellklickern keine Chance und vereinbaren Sie mit dem Fotografen, dass er eine Stunde für Sie reserviert. Sofern Sie nicht auf Zuruf den Strahlemann markieren können, bedarf es eines gelassenen Porträtisten, der Sie aufmuntert, anregt und Ihnen Zeit lässt, bis sich Ihre Gesichtszüge lösen. Jeder sensible Porträtzeichner arbeitet die Persönlichkeit des Porträtierten heraus. Ein PR-Fotograf bringt Sie außerdem mit Geduld und Einfühlungsvermögen zum Leuchten. 2. "Was bieten Sie außer einem Spiegel noch, damit ich mich optimal präsentiere?" Kleidung in Ordnung bringen, Haare zurechtfrisieren, Make up kontrollieren, auf den perfekten Auftritt achten: Sollte das Studio keine Assistenz leisten, dann vereinbaren Sie, dass Sie selber eine Unterstützung mitbringen. 3. "Wie porträtieren Sie speziell Bewerber?" Das Porträt des Stellenbewerbers gleicht dem einer klassischen Büste. Nur Ihr Kopf zählt. Und alles, was unterhalb des Brustbeins liegt, bleibt verborgen. Bauen Sie sich nicht in einer Inszenierung auf. Verfallen Sie nicht in eine Pose. Personaler wollen Ihnen ins Herz sehen und nicht zusehen, wie Sie neckisch Ihr Kinn auf die Hand legen. 4. "Garantieren Sie, dass Sie eine optimale Ausleuchtung?" Glanzreflexe sind ein professionelles Armutszeugnis. Die Stirn, die Wangen, die Nasenspitze und das Kinn dürfen nicht weiß überstrahlt sein. Ebenso achtet ein Fotograf auf den natürlichen Ton der Haut. Ohne dass Sie vorab die Kompetenz des Fotografen bezweifeln wollen: Sie werden kein Porträt akzeptieren, auf dem eine Hautpartie weiß glänzt oder eine Gesichtspartie im Schatten liegt. 5. "Bringen Sie auch meine Augen zum Leuchten?" Personaler verfallen nun mal funkelnden, strahlenden Bewerberaugen. Da eine Aufnahme nicht dafür da ist, dass man Sie identifiziert, sondern dass man sich für Sie erwärmt, gehört ein Maximum an Ausdruck und Seele in Ihre Augen. Fotografen schaffen das einfach durch geschicktes Ausleuchten. Ihre PR-Aufnahme taugt im Übrigen nichts, wenn Sie merkelmäßig an der Linse vorbei schauen. 6. "Bringen Sie mich dazu, dass ich Biss zeige?" Froh zu sein ist viel zu wenig. Bitte ein kerniges, offenes Lächeln mit Biss - oder Sie können als Jobsuchender gleich anfangen zu heulen. Offen zu lächeln ist dabei auch für den dental herausgeforderten Bewerber stets Pflicht. Machen Sie gute Miene zum bösen Zahn. Und vereinbaren Sie, dass der Fotograf Ihre Zahnreihe in blendamedalem Weiß retuschiert. 7. "Werden Sie sich bunte und scheckige Hintergründe sparen?" Manche Fotografen sind geradezu darauf erpicht, mit farblichen Korrespondenzen zwischen Haarfarbe, Kleidung und Bildhintergrund zu spielen: Fröhlicher Eierlikör für das braune Sakko, Aufgewühlte Erdbeere für das flammend rote Haar. Laute Farben, dunkle Farben, modernistische Farbverläufe, verspielte Ornamente: Alles, was vom Porträtierten ablenkt, ist tabu. Ein Bildhintergrund soll nicht zu Ihrem Schopf kontrastieren, sondern den Kopf freistellen. 8. "Wie sieht Ihr Service nach dem Foto-Shooting aus?" Wird man mit Ihnen die Fotoserie am Monitor durchsprechen? Kann man sie Ihnen auch als Schwarz-Weiß-Version zeigen? Wird man Ihnen die besten Shots auch für Web und Word optimieren? Bestehen Sie auf farblich korrigierte und gegebenenfalls retuschierte Fassungen. Die digitale Foto- oder Scanaufbereitung überlassen Sie dem Meister. Der soll aber auch ein ausbalanciertes, kontrastreiches und scharfes Meisterstück vorlegen. Verlangen Sie viel vom Fotografen und noch mehr von sich selbst. Investieren Sie Zeit ins strahlende Bewerberlächeln und zahlen Sie den Preis, den gute Handwerkskunst dafür verlangt. Berlin, 14.08.2005 - Gerhard Winkler Kommentar an den Bewerbungshelfer: gwinkler@jova-nova.com Seitenanfang |
Weiterlesen Gesichertes zum Bewerbungsfoto Leser präsentieren Ihr Porträt Ihre Post und auch die von Ihnen zur Veröffentlichung zugesandten Porträts beweisen: Die Leser und Nutzer von jova-nova.com sind durchweg nette Leute. Ich freue mich auch weiterhin über Einsendungen, Erfahrungsberichte und Hinweise zum meisterhaften Bewerber-Fotografen in Ihrer Gegend! Mailen Sie an : gwinkler@jova-nova.com |
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| Job-Interview: Übersicht Bewerbungshelfer: Übersicht |
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